Tag der offenen Tür an der Altkönigschule Lernen macht Spaß! – „Unsere Angebotspalette ist breit gefächert!" Von diesem Motto konnten sich die zukünftigen 5. Klässler sowie ihre Eltern und Großeltern am Tag der Offenen Tür am Samstag, den 7. November, selbst überzeugen. Den ganzen Vormittag über hatten sich die Lehrkräfte der Schule sowie die Schülerinnen und Schüler von ihrer besten und vielfältigsten Seite präsentiert. Die Veranstaltung stieß auf breite Resonanz und sowohl der Unterricht mit offenen Türen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 als auch die zahlreichen Stände und Mitmachangebote waren stark frequentiert. Während die zukünftigen AKS-Schülerinnen und Schüler ihre neue Schule entdeckten, wurden die kleinen Geschwister von der Klasse 8Ga betreut. Um gleich zu Beginn dem musikalischem Schwerpunkt der Altkönigschule Ausdruck zu verleihen, setzten sich die Streicher unter Leitung von Karl-Christoph Neuman beherzt in Position. „Die Angebotspalette der AKS ist enorm breit gefächert; jeder wird nach seinen Talenten gefördert und gefordert", warb Schulleiter Stefan Engel in seiner Begrüßungsrede. Die Schülerinnen und Schüler, die im Sommer 2010 eingeschult werden, seien die ersten, die zwei Jahre später in das neue Hauptgebäude einziehen dürfen, versprach Engel. Schließlich wird der Altbau momentan in einem Stück und nicht wie ursprünglich geplant in vier Bauabschnitten saniert. Der Anspruch am Tag der Offenen Tür bestehe für die Schulgemeinde darin, mit allen Eltern und den Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen in Kontakt zu treten und sie für die Altkönigschule zu begeistern, so Engel. Hierzu gab es im Anschluss reichlich Gelegenheit. „Ich war den ganzen Vormittag mit interessierten Eltern in Gespräche vertieft; das Interesse war sehr groß", freute sich Jens Henninger, Leiter der gymnasialen Eingangsklassen und der Förderstufe. Überdies war das gesamte Unterstufengebäude mit Informationsständen von schulinternen Ausschüssen wie dem Ausschuss für soziales Lernen und Prävention, der UNESO-AG, dem Schulelternbeirat oder dem Förderforum gefüllt. Am Stand der Schulleitung wurden unter anderem die Einführung der Fremdsprache Französisch ab der 5. Klasse sowie die Möglichkeiten, die Schwerpunkte Sport oder Musik zu wählen, ausgiebig diskutiert. So bietet die Altkönigschule z. B. ab dem kommenden Schuljahr ein Bläserprojekt an, bei dem Schülerinnen und Schüler teilnehmen können, die ein Blasinstrument neu erlernen wollen. Dazu wird – analog zum Schwerpunkt Sport wöchentlich mehr Fachunterricht erteilt, als dies die Stundentafel vorsieht. Der Schwerpunkt Sport wird zukünftig auch auf den Bereich der Förderstufe ausgedehnt.
Im Campus A konnten die Eltern mit ihren Kindern die neuen naturwissenschaftlichen Räume besichtigen. Die Kolleginnen und Kollegen aus den Naturwissenschaften und der Mathematik hatten gerade für an diesen Fächern interessierte Schülerinnen und Schüler Spannendes vorbereitet: So konnten zukünftige 5.-Klässler/innen, aber auch Schülerinnen und Schüler höherer Jahrgangsstufen an Versuchen aus den Bereichen Physik, Biologie und Chemie teilnehmen. Die moderne Ausstattung der Physik-Sammlung wurde in mehreren Vorführungen demonstriert. Einige Schülerinnen und Schüler aus dem Leistungsvorkurs Physik zeigten Experimente mit den neuen Schülerübungsgeräten. Da viele Kinder solche Experimente höchstens ansatzweise aus dem Sachunterricht der Grundschule kannten, war es für die meisten von ihnen ein tolles Erlebnis, Phänomene wie den Magnetismus am eigenen Leibe erfahren zu dürfen. Alle Besucherinnen und Besucher hatten natürlich auch Gelegenheit, sich an einem der zahlreichen Essens- und Getränkestände, wie z. B. dem bistro français zu stärken.
Während die Mittelstufe einen Projekttag zum Thema UNESCO durchführte, gab es im Oberstufengebäude Ausstellungen zur aktuellen Zeitgeschichte, dem Mauerfall und dem Kreisau Projekt der Altkönigschule, so dass hier das gesellschaftswissenschaftliche Themenfeld abgedeckt wurde. Im Anschluss an die Präsentation der Grundkurse „Darstellendes Spiel" fand eine interessante Podiumsdiskussion zur Frage „Wofür soll Schule qualifizieren?" statt. Jürgen Hagenlocher, Sprecher des hessischen Wirtschaftsrates, Thomas Seibert von dem Unternehmen Procter & Gamble, Schulsprecher Jonny Kumar sowie der ehemalige AKS-Schüler Matthias Völger diskutierten unter anderem die Frage, wie gut Schule überhaupt auf den Beruf vorbereite. Hagenlocher wünschte sich hierbei einen verstärkten Dialog zwischen Wirtschaft und Schule, da viele Berufsanfänger nach Schulabschluss kaum reale Situationen erlebt hätten, in denen sie ihr erworbenes Wissen anwenden können. Berufseinsteiger Völger, der nach seinem Abitur 2004 an der Altkönigschule ein BWL-Studium absolviert hat und nun bei einer Steuerberatungsgesellschaft tätig ist, vertrat hierzu die Auffassung, Schule konzentriere sich zu stark auf die reine Wissensvermittelung und vernachlässige die Förderung des analytischen Denkens, welches in der Schule nur teilweise vermittelt werde. Schulsprecher Jonny Kumar fordert hierbei die Differenzierung zwischen theoretischem Unterricht und freiwilligem außerschulischen Engagement, in dem meist reale Situationen zu bewältigen seien. Die Förderung von sozialen Kompetenzen, die oft nur bei außerschulischen Aktivitäten möglich ist, sei essenziell, betonte Thomas Seibert. „Neben all den fachlichen Qualifikationen vergessen junge Menschen oft die soziale Komponente in ihrem Lebenslauf", berichtete Seibert. So komme es häufig zu Bewerbungsgesprächen, bei denen die jungen Bewerber auf die Frage, was sie als Person ausmache, wenig antworten könnten. Herzlich begrüßen konnten die Veranstalter der Podiumsdiskussion auch zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler, die anlässlich ihres 20jährigen Abiturjubiläums zusammengekommen waren und sich spontan zu einem Besuch an ihrer alten Schule entschieden.
Die Altkönigschule bedankt sich herzlich bei allen Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und den vielen Eltern, die durch ihr großes Engagement den Tag der offenen Tür zu einem großen Erfolg gemacht haben. von Manuel Mehlhorn