Die Altkönigschule Kronberg bietet als kooperative Gesamtschule in den Jahrgangsstufen 5 und 6 zwei Schulformen an: die gymnasialen Eingangsklassen und die Förderstufe.
Kinder, bei denen aufgrund ihrer Begabungen, Fähigkeiten und Leistungen in der Grundschule eine gymnasiale Eignung feststeht, oder deren Eltern sich für den gymnasialen Bildungsgang entscheiden, können von Anfang an den Gymnasialzweig der Altkönigschule besuchen. Kinder, die keine gymnasiale Eignung haben oder bei denen – aus welchen Gründen auch immer – die Eignung für einen bestimmten Bildungsgang noch nicht feststeht und eine Entscheidung zwei weitere Jahre offen gehalten werden soll, können die Förderstufe besuchen.
Alle 5. und 6. Klassen haben ihre Klassenräume im neuen Gebäude „Campus C" der Altkönigschule und somit ihr „eigenes Haus". Dies hat den Vorteil, dass für die Schülerinnen und Schüler der Übergang von ihrer Grundschule auf die weiterführende Schule erleichtert wird, da sie sich auch hier in einem überschaubaren Bereich bewegen.
1. Die gymnasialen Eingangsklassen
Die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Eingangsklassen der Altkönigschule werden nach den gleichen Lehrplänen und den gleichen Stundentafeln unterrichtet wie die Kinder, die ein klassisches Gymnasium besuchen. Es werden die gleichen Anforderungen gestellt und es gelten die gleichen schulrechtlichen Bestimmungen (Versetzungsregelungen, etc.) Die Altkönigschule bereitet ihre Schülerinnen und Schüler in diesem Bildungsgang auf den gymnasialen Abschluss, das Abitur, vor.
Dieses wird nach acht Jahren erreicht, die Altkönigschule ist in ihrem gymnasialen Zweig somit eine G8-Schule. Mit der Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs in Hessen von neun auf acht Jahre nahmen die Belastungen der Schülerinnen und Schüler zu. Diese wurden hessenweit durch die Reduzierungen von Inhalten der Lehrpläne und die Anpassung der Stundentafeln teilweise gemindert. Die Altkönigschule hat außerdem zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um ihre Schülerinnen und Schüler weiter zu entlasten. Die konsequente Einführung von Doppelstunden im Stundenplan führt zu einer spürbaren Beruhigung im Schulalltag. Eine geringere Anzahl von Unterrichtsfächern an einem Tag hat auch direkte Auswirkungen auf die Menge der Hausaufgaben. Bei der Erstellung der Stundenpläne wird darauf geachtet, den Pflichtunterricht weitestgehend auf den Vormittag zu beschränken. Die Nachmittage sollen in der Regel für freiwillige schulische Angebote oder private Interessen zur Verfügung stehen. An einem Tag mit Nachmittagsunterricht dürfen keine Hausaufgaben für den folgenden Tag gegeben werden. Kinder, die an der angebotenen Nachmittagsbetreuung teilnehmen, erledigen ihre Hausaufgaben dort. Die Anzahl der Klassenarbeiten, die in den Hauptfächern geschrieben werden, beschränkt sich auf die vorgegebene Mindestzahl.
Ab dem Schuljahr 2009/2010 bietet die Altkönigschule wieder Französisch als erste Fremdsprache an. Es besteht somit die Wahl zwischen Englisch und Französisch als erster Fremdsprache. Im gymnasialen Zweig beginnen die Schülerinnen und Schüler in der Klasse 6 mit der zweiten Fremdsprache. Wenn sie als erste Fremdsprache Englisch gewählt haben, können sie in einem Jahr erneut entscheiden zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache. Bei Französisch als erster Fremdsprache ist Englisch als zweite Fremdsprache verbindlich. Den Schülerinnen und Schülern mit Französisch als erster Fremdsprache wird eine Englisch AG angeboten, um das in der Grundschule erworbene Wissen zu bewahren.
Ebenfalls ab dem Schuljahr 2009/2010 können die Schülerinnen und Schüler der 5. Gymnasialklassen den Schwerpunkt Sport sowie den Schwerpunkt Musik wählen. Es können allerdings nicht gleichzeitig beide Schwerpunkte belegt werden. Die Teilnahme an einem Schwerpunkt ist nicht verpflichtend und unabhängig von der Fremdsprachenwahl.
2. Die Förderstufe
Die Schülerinnen und Schüler in den Förderstufenklassen der Altkönigschule werden nach einem halben Jahr im Klassenverband in den Fächern Englisch und Mathematik in Kursen unterrichtet. Je nach Leistungsfähigkeit besuchen sie dann den Grund- (G) oder den Erweiterungskurs (E), wobei der E-Kurs der Kurs mit den höheren Leistungsanforderungen ist. Sie können dabei in Englisch durchaus in einem anderen Kurs sein als in Mathematik und müssen auch nicht bis zum Ende der Förderstufe im selben Kursniveau bleiben. Wenn sich zeigt, dass ein anderes Kursniveau ihren Leistungsmöglichkeiten mehr entspricht, können sie den entsprechenden Kurs wechseln. Solche „Umstufungen" werden - wenn sie aufgrund der Leistungsentwicklung der Kinder sinnvoll sind - in der Regel einmal in jedem Schuljahr vorgenommen. In Deutsch und in allen anderen Fächern werden die Kinder in den Ursprungsklassen unterrichtet, bleiben also zwei Jahre lang in einer Lerngruppe.
Außer diesen Differenzierungsmöglichkeiten nach individuellem Leistungsvermögen in Englisch und Mathematik gibt es in der Förderstufe eine weitere Besonderheit, die sie von den gymnasialen Klassen 5 und 6 unterscheidet: Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer unterrichtet die Fächer Deutsch, Biologie und Erdkunde und hat dazu noch eine Klassenlehrerstunde. Sie bzw. er ist also pro Woche zehn Stunden in ihrer bzw. seiner Klasse. Auf diese Weise erlaubt die Förderstufe einen schrittweisen Übergang vom Klassenlehrerprinzip der Grundschule zum Fachlehrerprinzip der weiterführenden Schule. Die Schüler haben in ihrem Klassenlehrer eine feste Bezugsperson, die sich in besonderer Weise um die Kinder und ihre Entwicklung kümmert.
Die Klassenlehrer, die Englisch- und Mathematiklehrer der Klassen 5 und 6 treffen sich regelmäßig, um den Unterricht gemeinsam vorzubereiten, Arbeitsblätter zu entwickeln, Klassenarbeiten zu entwerfen, auftretende Probleme zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ein Wechsel zwischen den Kursniveaus in Englisch und Mathematik möglich wird. Damit alle Kinder erfolgreich am Unterricht teilnehmen können, werden am frühen Nachmittag besondere Förderkurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch angeboten. Hier können in kleinen Gruppen den besonderen Schwierigkeiten einzelner Kinder Rechnung getragen und Defizite ausgeglichen werden.
Ab dem Schuljahr 2010/2011 werden die Schülerinnen und Schüler der Förderstufe den Schwerpunkt Sport wählen können, der –analog zum Gymnasialzweig- auch mit zwei Wochenstunden mehr als in der Stundentafel vorgesehen unterrichtet wird.
2.1. Entscheidung über den weiteren Bildungsgang am Ende der Förderstufe
Am Ende der Förderstufe entscheidet die Klassenkonferenz über den weiteren Bildungsgang der einzelnen Schülerinnen und Schüler. An der Altkönigschule können sowohl der Hauptschulabschluss als auch der Realschulabschluss erworben werden. Bei Kindern, die sich in den zwei Jahren der Förderstufe besonders entwickelt haben, besteht die Möglichkeit des Wechsels in den gymnasialen Bildungsgang. Da es dort durch die Verkürzung auf G8 (siehe oben) zu Veränderungen kam (Beginn der 2. Fremdsprache bereits in der Jahrgangsstufe 6, unterschiedliche Wochenstundenzahlen bzw. Unterrichtsfächer im Vergleich zur Förderstufe etc.), müsste in diesem Fall allerdings die Jahrgangsstufe 6 im Gymnasialzweig wiederholt werden. Sollte sich die gymnasiale Eignung einer Schülerin oder eines Schülers schon während der Jahrgangsstufe 5 zeigen, ist auch ein Wechsel nach der Jahrgangsstufe 5 in eine 6. Gymnasialklasse möglich.